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Ratgeber

Naturstein reinigen: was hilft, was schadet — Ratgeber nach Steinart

Naturstein sieht erst gut aus, wenn er sauber ist — und bleibt nur dann schön, wenn man ihn richtig behandelt. Das Problem: Viele greifen zu Essig oder Säurereinigern und ruinieren damit Kalkstein und Marmor unwiderruflich. Hier lesen Sie, welches Mittel zu welcher Steinart passt, was Sie sich sparen können und wann der Profi die bessere Wahl ist.

Aktualisiert am 18. Juni 2026 · 7 Min Lesezeit · von Blankstein Steinreinigung

Naturstein-Terrasse mit sichtbarem Schmutz und Grünbelag vor der Reinigung (Illustration — beispielhafte Darstellung)

Wie reinigt man Naturstein richtig?

Naturstein reinigt man materialschonend: grob kehren, mit pH-neutralem Reiniger und weicher Bürste lösen, gründlich mit klarem Wasser nachspülen. Entscheidend ist, vorher die Steinart zu kennen — denn kalkhaltige Steine wie Marmor oder Kalkstein vertragen keine Säure. Bei losen Fugen lohnt die Neuverfugung mit frischem Sand.

Der häufigste Fehler bei Naturstein ist, ihn wie Beton zu behandeln. Naturstein ist ein lebendiges Material mit ganz unterschiedlicher Empfindlichkeit: Granit ist robust und säurefest, Marmor und Kalkstein dagegen bestehen aus Kalk und werden von jeder Säure regelrecht angeätzt. Wer das nicht weiß, macht beim ersten Reinigungsversuch oft mehr kaputt als sauber.

Gehen Sie deshalb in Ruhe vor und beginnen Sie immer mit der mildesten Methode. Klares Wasser und eine weiche Bürste lösen erstaunlich viel. Erst wenn das nicht reicht, kommt ein pH-neutraler Steinreiniger dazu — niemals direkt ein scharfes Mittel. Testen Sie jeden Reiniger zuerst an einer unauffälligen Stelle und warten Sie ab, ob der Stein matt wird oder ausbleicht. Spülen Sie zum Schluss reichlich mit klarem Wasser nach, damit keine Reinigerreste im Stein bleiben, die später Schlieren bilden.

Warum schaden Essig und Säure dem Naturstein?

Essig und Säurereiniger lösen Kalk auf — und genau daraus bestehen Marmor, Kalkstein und Travertin. Die Säure ätzt matte Flecken in die Oberfläche, die sich nicht mehr wegpolieren lassen. Auf befestigten Flächen sind Essig und Salz zusätzlich rechtlich heikel, weil sie ins Grundwasser laufen.

Der Schaden durch Säure ist tückisch, weil er oft erst nach dem Trocknen sichtbar wird: matte, raue Stellen dort, wo der Reiniger gestanden hat. Diese sogenannte Verätzung lässt sich bei poliertem Marmor oder Kalkstein nur noch durch fachmännisches Nachschleifen beheben — eine teure und aufwendige Sache. Bei rauem Naturstein sieht man die Schäden weniger, aber die Oberfläche wird trotzdem angegriffen und nimmt danach schneller Schmutz auf.

Auch handelsübliche "Steinreiniger" aus dem Baumarkt sind oft sauer und auf kalkhaltige Steine nicht ausgelegt. Lesen Sie das Etikett: Steht dort "nicht für Marmor, Kalkstein, Travertin geeignet", ist ein säurehaltiges Produkt drin. Für Granit und Quarzit ist ein leicht saurer Reiniger zur Not vertretbar, für alles Kalkhaltige bleiben Sie konsequent bei pH-neutralen Mitteln. Im Zweifel lieber einen Tropfen mehr Wasser und etwas mehr Geduld als ein scharfes Mittel.

Finger weg von Essig, Zitronensäure und sauren Reinigern bei Marmor, Kalkstein und Travertin. Die Säure ätzt matte Flecken in den Stein, die irreversibel sind. Auf befestigten Flächen wie Einfahrten sind Essig und Salz zudem verboten, weil sie ins Grundwasser laufen.

Welches Mittel passt zu welcher Steinart?

Granit und Quarzit sind robust und vertragen fast alles, sogar Hochdruck. Sandstein ist saugfähig und mag nur milde, pH-neutrale Mittel. Kalkstein, Marmor und Travertin dürfen niemals mit Säure in Berührung kommen. Schiefer ist druckempfindlich und wird am besten nur mit weicher Bürste und Wasser gereinigt.

Die Steinart bestimmt fast alles. Bevor Sie zu irgendeinem Mittel greifen, sollten Sie wissen, was unter Ihren Füßen liegt. Am sichersten ist ein zerstörungsfreier Weg: ein Foto an einen Fachbetrieb schicken oder im Bauunterlagen-Ordner nach dem Materialnachweis suchen. So riskieren Sie keinen Schaden.

Wer partout selbst testen will, sollte wissen: Der bekannte Säuretest, bei dem man verdünnte Säure auf den Stein tropft und auf Schäumen achtet, ätzt bei Kalkstein und Marmor genau dort eine bleibende, matte Stelle ein — also wird er ausschließlich an einer völlig unauffälligen, am besten verdeckten oder ohnehin entsorgten Abfall-Stelle gemacht, niemals auf der sichtbaren Fläche. Grundsätzlich gilt: Was hart und dicht ist, verträgt mehr; was weich und saugfähig ist, braucht Schonung. Sandstein zieht Reiniger tief ein, weshalb gründliches Nachspülen wichtig ist. Schiefer splittert in Schichten und reagiert empfindlich auf Druck. Die Tabelle fasst zusammen, was geeignet ist und was Sie meiden sollten.

Naturstein nach Steinart — geeignet und zu meiden. Nach kontrolliertem Hochdruck bei Granit die Fugen neu verfüllen.
SteinartEigenschaftGeeignetMeiden
Granit / Quarzithart, dicht, säurefestpH-neutraler bis leicht saurer Reiniger, Bürste, kontrollierter Hochdruck (danach Fugen neu verfüllen)
Sandsteinweich, saugfähigpH-neutraler Reiniger, weiche Bürste, gründlich nachspülenscharfe Säure, harte Drahtbürsten
Kalkstein / Marmor / Travertinkalkhaltig, empfindlichnur pH-neutrale Steinseife, weiches Tuchjede Säure, Essig, Scheuermittel
Schieferschichtig, druckempfindlichweiche Bürste, klares Wasser, milde SeifePunkt-Lanze, hoher Druck, Säure

Naturstein reinigen Schritt für Schritt

Naturstein reinigt man in vier Schritten: grob kehren, mit milder Lösung und weicher Bürste einarbeiten, kurz einwirken lassen und mit klarem Wasser gründlich abspülen. Bei robustem Stein wie Granit kann ein rotierender Flächenreiniger helfen. Lose Fugen anschließend mit frischem Sand auffüllen, damit das Ergebnis hält.

Wer planvoll vorgeht, kommt mit weniger Aufwand zum besseren Ergebnis. Beim Werkzeug gilt: weiche Bürste statt harter Drahtbürste, ein Eimer für die Reinigerlösung und ein zweiter für klares Spülwasser. Tragen Sie die Lösung gleichmäßig auf und lassen Sie sie nur kurz einwirken — meist reichen wenige Minuten.

Der häufigste Fehler ist, den Stein während der Einwirkzeit trockenfallen zu lassen. Trocknet der Reiniger an, setzen sich die gelösten Schmutzpartikel wieder fest und es bilden sich Schlieren, die schwerer wegzubekommen sind als der ursprüngliche Schmutz. Arbeiten Sie deshalb in überschaubaren Abschnitten und halten Sie die Fläche durchgehend feucht. Reinigen Sie außerdem nicht in der prallen Mittagssonne, weil die Lösung dann zu schnell verdunstet. Spülen Sie jeden Abschnitt gründlich nach, bevor Sie zum nächsten weitergehen — so bleiben keine Reste zurück, und das Ergebnis wird gleichmäßig statt fleckig.

  1. Grob kehren: Lose Blätter, Erde und Moos mit Besen entfernen.
  2. Vortest: Reiniger an versteckter Stelle prüfen, ob der Stein matt wird oder ausbleicht.
  3. Einarbeiten: Milde, pH-neutrale Lösung mit weicher Bürste auftragen und kurz einwirken lassen.
  4. Abspülen: Mit reichlich klarem Wasser nachspülen, bis keine Reinigerreste mehr da sind.
  5. Fugen prüfen: Ausgewaschene Fugen mit frischem Fugensand auffüllen.

Hilft der Hochdruckreiniger bei Naturstein?

Bei robustem Naturstein wie Granit hilft der Hochdruckreiniger gut — vorausgesetzt, man nutzt einen rotierenden Flächenreiniger statt einer Punkt-Lanze. Eine falsch geführte Punkt-Lanze zu nah am Stein wäscht Fugen aus und raut weiche Steine wie Sandstein oder Schiefer auf. Nach jeder Hochdruckreinigung gehören die Fugen neu verfüllt.

Hochdruck ist nicht pauschal schädlich — es kommt auf das Werkzeug und die Steinart an. Ein rotierender Flächenreiniger verteilt den Druck gleichmäßig über eine breite Fläche und arbeitet streifenfrei. Genau so reinigen wir bei Blankstein: kontrolliert, mit dem Flächenreiniger und genug Abstand, statt mit einer scharfen Punktstrahl-Lanze, die in Sekunden Fugen aufreißt und die Oberfläche zerstört.

Bei weichen, saugfähigen oder schichtigen Steinen ist Vorsicht geboten. Sandstein kann unter zu hohem Druck oberflächlich abplatzen, Schiefer löst sich in Schichten. Hier ist die mechanische Reinigung mit weicher Bürste oft die sichere Wahl. Wer unsicher ist, welcher Druck der eigene Stein verträgt, sollte an einer Ecke beginnen und das Ergebnis prüfen, bevor die ganze Fläche dran ist. Und in jedem Fall gilt: Nach dem Hochdruck sind die Fugen offen — ohne frischen Sand kommt das Grün schnell zurück und die Steine sacken nach.

Helle Steinplatten mit offenen, vermoosten Fugen — empfindlicher Belag vor der Reinigung (Illustration — beispielhafte Darstellung)
Offene, bewachsene Fugen bei Plattenbelägen: Mit der Punkt-Lanze wird daraus schnell ein Schaden. Beispielhafte Darstellung.

Lassen sich Öl- und Rostflecken aus Naturstein entfernen?

Frische Öl- und Fettflecken lassen sich oft mit Saugpaste oder einem Ölfleckentferner aus dem Stein ziehen. Bei tiefen, alten Flecken gelingt das nicht immer — Naturstein ist saugfähig und nimmt Öl tief auf. Rostflecken brauchen spezielle, säurefreie Rostentferner für Naturstein, sonst droht zusätzlicher Schaden.

Bei Flecken zählt Schnelligkeit. Je frischer ein Ölfleck, desto besser stehen die Chancen, ihn herauszuholen. Eine Saugpaste wird aufgetragen, zieht das Öl beim Trocknen aus dem Stein und wird danach abgenommen — bei Bedarf mehrfach. Das sagen wir vorab: Tiefe, eingezogene oder bereits ältere Ölflecken bekommt man nicht immer vollständig raus. Manchmal bleibt ein Schatten, mit dem man leben muss.

Bei Rost ist die Mittelwahl entscheidend. Viele Rostentferner sind sauer und damit für Kalkstein und Marmor tabu — sie würden den Stein verätzen. Greifen Sie zu einem ausdrücklich säurefreien Rostentferner für Naturstein und testen Sie auch ihn zuerst an einer versteckten Stelle. Bei großflächigem oder hartnäckigem Befall lohnt sich der Anruf beim Profi, der die richtigen Mittel und Erfahrung mit der jeweiligen Steinart mitbringt — statt teuer herumzuexperimentieren.

Was bei Flecken hilft

  • Frisches Öl: Saugpaste auftragen, trocknen lassen, abnehmen
  • Fett: pH-neutraler Reiniger plus weiche Bürste
  • Rost: nur säurefreier Rostentferner für Naturstein
  • Grünbelag: Bürste plus klares Wasser, hartnäckig per Flächenreiniger
  • Immer zuerst an versteckter Stelle testen

Was kostet die professionelle Natursteinreinigung?

Die professionelle Reinigung kostet als Richtwert etwa 7 €/m² inklusive Reinigung und Neuverfugung, mit Nano-Imprägnierung rund 8 €/m². Eine 40 m² große Terrasse kostet damit 280 €, mit Imprägnierung 320 €. Das sind Endpreise ohne versteckte Kosten — den konkreten Preis nennen wir erst nach Fotos oder Besichtigung, weil Zustand und Steinart den Aufwand bestimmen.

Der Profi kalkuliert transparent über die Quadratmeter und bringt Flächenreiniger, Absaugung und Material mit. Bei Blankstein ist der Richtpreis ein unverbindlicher Rahmen; das verbindliche Angebot entsteht nach Fotos und Maßen oder bei einer kostenlosen, unverbindlichen Besichtigung. Online nennen wir bewusst nur einen Richtwert, weil empfindliche Steinarten mehr Sorgfalt verlangen als robuster Granit. Im Servicegebiet kommen keine Fahrtkosten dazu, und es gibt keinen Mindestauftragswert.

Wer selbst reinigt, spart die Arbeitskosten, zahlt aber Gerätemiete, Reiniger, Sand und vor allem viel Zeit — plus das Risiko, mit dem falschen Mittel den Stein zu beschädigen. Gerade bei Kalkstein und Marmor wiegt dieses Risiko schwer, weil ein Säureschaden teuer nachzuschleifen ist. Unsere Zusage: der genannte Endpreis hält, und falls etwas nicht passt, bessern wir kostenlos nach.

Selbst reinigen oder Profi — grobe Kostenorientierung für rund 40 m².
VarianteAufwandKosten (Richtwert)
Selbst, Geräte gemietetein Wochenend-Tagca. 50 bis 100 € (Miete, Reiniger, Sand)
Profi inkl. NeuverfugungTermin, ca. 1 bis 2 Std.280 € (40 m² × 7 €)
Profi inkl. Nano-ImprägnierungTermin320 € (40 m² × 8 €)

Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Womit reinigt man Naturstein am schonendsten?

Am schonendsten reinigt man Naturstein mit klarem Wasser, einer weichen Bürste und bei Bedarf einem pH-neutralen Steinreiniger. Diese Kombination ist für alle Steinarten sicher — von robustem Granit bis zu empfindlichem Marmor. Scharfe Säuren, Scheuermittel und Drahtbürsten haben auf Naturstein nichts zu suchen. Reiniger immer zuerst an einer versteckten Stelle testen.

Darf man Naturstein mit Essig reinigen?

Nein, bei kalkhaltigem Naturstein auf keinen Fall. Essig ist eine Säure und löst den Kalk in Marmor, Kalkstein und Travertin auf — es entstehen matte, raue Flecken, die sich nicht mehr wegpolieren lassen. Auf befestigten Flächen wie Einfahrten ist Essig zudem rechtlich problematisch. Nutzen Sie stattdessen einen pH-neutralen Reiniger.

Wie erkenne ich, welche Steinart ich habe?

Am sichersten zerstörungsfrei: ein Foto an einen Fachbetrieb schicken oder in den Bauunterlagen nach dem Materialnachweis suchen. Der bekannte Säuretest mit verdünnter Säure ätzt bei Kalkstein und Marmor eine bleibende matte Stelle ein — wenn überhaupt, machen Sie ihn nur an einer verdeckten Abfall-Stelle, niemals sichtbar. Schäumt es dort, ist Kalk im Spiel und Säure ist tabu.

Schadet der Hochdruckreiniger dem Naturstein?

Falsch eingesetzt ja. Eine Punkt-Lanze zu nah am Stein wäscht Fugen aus und raut weiche Steine wie Sandstein oder Schiefer auf. Mit einem rotierenden Flächenreiniger und genug Abstand passiert das bei robustem Naturstein wie Granit nicht. Nach jeder Hochdruckreinigung sollten die Fugen mit frischem Sand neu verfüllt werden.

Wie oft sollte man Naturstein reinigen?

Als Faustregel alle ein bis zwei Jahre, abhängig von der Lage. Schattige, feuchte Flächen an der Nordseite oder unter Bäumen vergrünen schneller und brauchen häufiger Pflege. Eine Nano-Imprägnierung lässt Wasser und Schmutz abperlen und verlängert den Abstand zwischen zwei Reinigungen deutlich.

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